Historie

Begeben Sie sich auf eine Reise durch 120 bewegte Jahre Unternehmensgeschichte - von Firmengründer Christian Winklers Anfängen als königlich-württembergischer Hofwagenschmied bis zum internationalen Erfolg eines Großhandelsunternehmens mit Standorten in sieben Ländern.

Die Geschichte der Firma winkler

1901 – 1918

1901 macht sich Christian Winkler als Wagenschmied in Stuttgart selbstständig. Bereits fünf Jahre später ernennt ihn König Wilhelm II. zum königlich-württembergischen Hofwagenschmied seines Marstalls, den Stallungen seiner Pferde und Wagen. 1914 tritt Christian Winklers ältester Sohn Ludwig als Lehrling in den Betrieb ein. Noch im selben Jahr erblindet Christian Winkler. Trotz dieses Schicksalsschlags werden Ludwig und sein jüngerer Bruder Wilhelm, der einige Zeit später ebenfalls in die Firma eintritt, unter den Fittichen ihres Vaters zu wahren Meistern ihres Fachs.

1918 – 1924

Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 endet jedoch auch die Herrschaft des Königs, und Christian Winkler verliert seine Stellung als königlich-württembergischer Hofwagenschmied. Die Überwachungskommission der alliierten Besatzungskräfte zieht in die leerstehenden Räume des ehemaligen Marstalls. Reparaturen an den Federn ihrer Fahrzeuge hält die Schmiede am Leben. Doch als 1923 der Marstall von der Schloßgartenbau AG übernommen und in Läden verwandelt wird, müssen Christian Winkler und seine Söhne endgültig den Hof verlassen.

1925 – 1939

Nach der erzwungenen Auflösung des Marstalls steht der Betrieb vor dem Nichts. Der nachkriegsbedingten Inflation und der angespannten wirtschaftlichen Lage im Land zum Trotz kaufen die Winklers ein neues Betriebsgebäude in der Wolframstraße 18 in Stuttgart sowie einen Härteofen und eine Maschine zum Ablängen und Stanzen von Federstahlmaterial. Mit dieser Ausrüstung kann sich Winkler auf die Fertigung und Instandsetzung von Automobilfedern spezialisieren. Denn Christian Winkler sieht die aufkommende Motorisierung, die viele seiner Berufsgenossen in Bedrängnis bringt, als Chance. Fortan fertigt und repariert die Firma Automobilfedern und macht sich so einen Namen als "Federn-Winkler“.

1939 – 1945

Entwicklungsarbeiten für Autobauer kommen dazu, genauso wie die Serienproduktion von Federn, Stabilisatoren und anderen Teilen. Mit eigens entwickelten Techniken richtet das Unternehmen Achsen und setzt Lager- und Achsschenkel­bolzensitze instand. 1939 erweitert Winkler den Betrieb durch den Bau einer großen Fertigungshalle. In den Kriegsjahren ist die Firma ins Rüstungs­programm eingespannt. 1944 wird der Betrieb durch eine Luftmine zerstört. Lediglich die neue Fertigungshalle übersteht den Krieg. Die Familie harrt das Ende des Kriegs in Suppingen auf der Alb aus, wo sie auch ihre wertvollsten Maschinen einlagert.

1945 – 1949

Mit der Währungsreform 1948 beginnt der Wiederaufbau der Firma und dank des Marshallplans, einem Wirtschaftsförderungs­programm der USA zum Wiederaufbau der europäischen Staaten, geht es mit ihr schnell aufwärts. Doch 1949 ereilt zunächst ein Schicksalsschlag das Unternehmen und die Familie: Oberhaupt, Gründer und Pionier Christian Winkler stirbt im Alter von achtzig Jahren. Er hinterlässt große Fußstapfen, in die seine Söhne Ludwig und Wilhelm jedoch schnell hineinwachsen. Zu gleichen Teilen übernehmen sie die Firma und treiben das Wachstum voran. Im selben Jahr tritt auch Ludwig Winkler Junior als Schmiedelehrling in den Betrieb ein.

1950 – 1962

Der Platz des alten Werkstattgebäudes, das wiederaufgebaut und erweitert wurde, reicht bald nicht mehr aus. Also zieht die Firma in einen größeren Bau in der Wolframstraße, baut neue Betriebswerkstätten und eine Verwaltung. Mit der Instandsetzung von Achsen leistet winkler Pionierarbeit und kann sich so einen finanziellen Grundstock erwirtschaften. Es läuft so gut, dass die Brüder bald merken, dass auch die neuen Räumlichkeiten nicht mehr ausreichen, weshalb sie ein weiteres Grundstück in der Wolframstraße erwerben. Hier entsteht bis 1960 ein stattlicher Neubau mit Schweißerei, Dreherei, einem Lager, Montagehallen und Büros.

1963

1963 ist für winkler die Geburtsstunde des Großhandels mit Nutzfahrzeugteilen. Unter einer neuen Geschäftsleitungsgeneration entwickelt sich der Großhandel schnell zu einem dynamisch wachsenden Bereich. Hans Winkler und Siegfried Dolmetsch, die gleichzeitig ins Unternehmen eintreten, bauen ihn Schritt für Schritt aus. Der Kundenstamm wächst und so auch die unterschiedlichen Aufträge. In diesem Zuge vergrößert die Firma ihr Sortiment zu Blattfedern und deren Zubehör, Teilen für Achsen, Lenkung und Bremse sowie Zuggabeln, Sattelkupplungen und mehr.

1964 – 1972

Um dem Unternehmenswachstum gerecht zu werden, wird 1964 ein Zweigbetrieb in Stuttgart-Weilimdorf unter der Leitung von Ludwig Winkler Junior errichtet, da der Platz in der Wolframstraße für große Fahrzeuge, Rahmen und schwere Konstruktionsteile nicht ausreicht. Acht Jahre später, 1972, übergeben die Brüder Ludwig und Wilhelm die Geschicke an eine neue Geschäftsführergeneration: Ludwig Winkler Junior (Technikleitung), Hans Winkler (Verkauf, Materialwirtschaft, Organisation) und Albert Schlack (Finanzen und Personal) leiten ab diesem Zeitpunkt das Unternehmen. In diesem Zug wird als oberstes Aufsichtsgremium der Beirat geschaffen.

1973 -1986

Mit neu eröffneten Standorten in Karlsruhe, Freiburg und Ulm entwickelt sich der Großhandel sehr dynamisch. Auch der Bereich Fahrzeugtechnik wird vergrößert. Bis zum Jahr 1975 entsteht in Ludwigsburg-Tamm ein neues Zuhause für die Rahmenrichterei in Weilimdorf und Teile des technischen Betriebs in der Stuttgarter Wolframstraße. Das Unternehmen zählt im August 1977 bereits 110 Mitarbeiter. Im Jahr 1979 wird Hans Winkler, Enkel von Firmengründer Christian Winkler, Geschäftsführer. Die Geschäftsleitung besteht nun aus vier Personen – verantwortlich für die Bereiche "Vertrieb", "Einkauf", "Finanzen/ EDV/Personal" sowie "Technik".

1986 – 2000

Schnell entwickelt sich winkler zum Vollsortimenter mit Betrieben in ganz Deutschland. Um die Verfügbarkeit zu gewährleisten und zu erhöhen, wird 1987 das erste Zentrallager in Ulm ins Leben gerufen, 1996 folgt das zweite Zentrallager in Kassel. Aber nicht nur in Deutschland wird der Ausbau der Standorte vorangetrieben: Mit dem Betrieb Härkingen in der Schweiz entsteht 1994 der erste Auslandsstandort, und die Exportgesellschaft winkler Truck and Trailer Parts in der Zentrale in Stuttgart legt den Grundstein für den internationalen Handel. Das rasante Wachstum hat zur Folge, dass 1998 die Zentrale von der Wolframstraße in die Heilbronner Straße umziehen muss – denn sie „platzt aus allen Nähten“.

2001 - 2020

Ein weiterer Meilenstein für das Unternehmen folgt im Jahr 2001, als winkler beginnt, Ersatzteile für landwirtschaftliche Maschinen zu vertreiben und Lösungen im Agrarbereich anzubieten. Im Jahr 2004 überträgt Hans Winkler dem neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung Rüdiger Hahn die Verantwortung fürs Unternehmen, bleibt ihm aber als Berater erhalten. 2015 zieht die Stuttgarter Zentrale in die Leitzstraße, wo sie bis heute ihren Sitz hat. Über die Jahre schafft winkler es, ein Netzwerk aus Standorten über die deutschsprachigen Länder und Mittelosteuropa zu spannen. Fast jedes Jahr kommt ein neuer Standort – in manchen Jahren sogar zwei – dazu.

Heute

Heute ist winkler über 40 Betriebe in sieben Ländern stark. In Deutschland, Österreich, der Schweiz, Polen, Lettland, Tschechien und der Slowakei betreut winkler Nutzfahrzeughalter, Werkstätten sowie Omnibus- und Agrarunternehmen. Von drei der größten Zentrallager für Nutzfahrzeugteile in Europa mit mehr als 200.000 Ersatzteilen aus gelangt die Ware zu den Kunden. So zählt das Unternehmen im Jahr 2020 über 1.600 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von 440 Millionen Euro. Zahlen, von denen Firmengründer Christian Winkler wahrscheinlich nicht zu träumen gewagt hätte.