Druckfilter in der Hydraulik: So bleibt das Öl sauber

Ob Kran, Abrollkipper oder Baumaschine: In der Mobilhydraulik entscheidet die Ölreinheit oft darüber, ob ein System zuverlässig arbeitet oder ob Ventile klemmen, Pumpen Schaden nehmen und Komponenten frühzeitig ausfallen. Gerade wenn komplexe Steuereinheiten für präzise Bewegungsabläufe verbaut sind oder ein Load Sensing System im Einsatz ist, spielt Filtration eine Schlüsselrolle. Und damit auch der Druckfilter.

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Auch scheinbar „robuste“ Bauteile wie Hydraulikschläuche profitieren davon, wenn das Öl sauber bleibt. Denn Partikel wirken wie Schleifmittel, erhöhen den Verschleiß an Ventilen, Dichtungen und Pumpen und sorgen indirekt für Druckspitzen und Temperaturprobleme. Ergebnis: mehr Stillstand, mehr Kosten, weniger Leistung.

Warum Filtration in der Hydraulik so wichtig ist?

Hydrauliköl übernimmt mehrere Aufgaben gleichzeitig: Kraftübertragung, Schmierung, Korrosionsschutz und die Kapselung von Wasseranteilen. Gelangen zu viele Partikel ins Öl, können diese die Spaltmaße in Ventilen blockieren und empfindliche Steuerkanten verschleißen. Besonders bei hochwertigen und fein geregelten Systemen ist eine geringe Partikelanzahl unerlässlich, damit das System effizient und präzise bleibt.

Was ist ein Druckfilter und wo wird er eingebaut?

Der Druckfilter wird, wie der Name sagt, in eine druckgeführte Leitung eingebaut. Typischerweise sitzt er nach der Hydraulikpumpe und vor der Ventilinsel beziehungsweise dem Steuerblock. Genau dort schützt er die teuren und empfindlichen Komponenten, bevor Partikel überhaupt in die Steuerung gelangen.

In der Mobilhydraulik begegnet man Druckfiltern häufig bei Anwendungen wie Ladekranen, Abrollkippern und Baumaschinen. Überall dort, wo hohe Anforderungen an die Reinheitsklasse gestellt werden, ist der Druckfilter oft die passende Lösung.

Hydraulik Druckfilter: Das passiert bei schmutzigem Öl

In unserem Video zeigen wir, warum Filtration entscheidend ist.

Auslegung: Betriebsdruck und Durchfluss richtig berücksichtigen

Damit ein Druckfilter zuverlässig arbeitet, muss er zum System passen. Zwei Werte sind entscheidend:

1) Maximaler Betriebsdruck

Das Gehäuse ist meist als Stahlmantel ausgeführt und je nach Druckstufe unterschiedlich dimensioniert. Maßgeblich ist der maximale Betriebsdruck im Hydrauliksystem. Im winkler Sortiment finden sich zum Beispiel Druckfilter bis 420 bar maximalem Betriebsdruck.

2) Durchflussmenge im Hydraulikkreislauf

Auch der Volumenstrom muss stimmen. In der Praxis wird häufig der maximale Volumenstrom im Kreislauf herangezogen und mindestens mit Faktor 2 multipliziert. So bleibt genug Reserve, selbst wenn das Filterelement bereits beginnt, sich zu sättigen. Je höher der Volumenstrom, desto größer muss der Filter ausgelegt sein. Im winkler Sortiment gibt es beispielsweise Varianten bis 450 Liter pro Minute.

Bypassventil: Schutzfunktion mit Nebenwirkungen

Druckfilter sind in der Regel mit einem Bypassventil ausgestattet. Wenn das Filterelement zu stark verschmutzt ist, steigt der Staudruck im Filtergehäuse. Das Bypassventil öffnet dann, damit das Gehäuse nicht beschädigt wird. Das schützt zwar den Filter, hat aber einen klaren Nachteil: Das Öl fließt am Filterelement vorbei und gelangt ungefiltert über die Bypassbohrung ins System. Das kann zu ungewollter Ölerwärmung führen und langfristig Schäden begünstigen. Deshalb gilt: rechtzeitiger Filterwechsel ist kein Kann, sondern Pflicht.

Filterfeinheit: 10 Mikrometer ist Standard, 5 Mikrometer wird häufiger

Viele Druckfiltersysteme arbeiten mit 10 µm Filterelementen. Einige Hersteller fordern inzwischen 5 µm, abhängig von Komponenten, Toleranzen und gewünschter Reinheitsklasse. Wichtig: Der Systemhersteller legt die passende Filterfeinheit und auch die Wechselintervalle in seinen Wartungsanweisungen fest. Diese Vorgaben haben immer Vorrang.

Identifikation von Hydraulikfilter

Für das passende Ersatz-Filterelement hilft meist das Typenschild am Filtergehäuse. Dort sind üblicherweise sowohl die Nummer des kompletten Filters als auch die des Einsatzes vermerkt. Das spart Zeit, verhindert Fehlbestellungen und stellt sicher, dass die Filtration zur Anlagenanforderung passt.

FAQ: Häufige Fragen zur Filtration und zum Druckfilter

Was macht ein Druckfilter?

Ein Druckfilter entfernt Partikel aus dem Hydrauliköl in der druckgeführten Leitung, meist direkt nach der Pumpe und vor Steuerblock oder Ventilinsel. So schützt er empfindliche Komponenten und unterstützt eine stabile Systemleistung.

Wie oft sollte ein Druckfilter ausgetauscht werden?

Die Wechselintervalle gibt der Systemhersteller in den Wartungsanweisungen vor. Zusätzlich kann der Zustand über Verschmutzungsanzeigen und die Systemhistorie beurteilt werden. Wer zu spät wechselt, riskiert Bypassbetrieb und Folgeschäden.

Kann man einen Druckfilter reinigen?

In den meisten Fällen werden Filterelemente als Verschleißteil getauscht, weil eine Reinigung die Filterfeinheit und Struktur beeinträchtigen kann. Entscheidend ist die Herstellerfreigabe des Filterelements und des Systems

Woran erkennt man, ob ein Druckfilter verstopft ist?

Typische Hinweise sind eine Verschmutzungsanzeige am Filter, steigende Öltemperatur, nachlassende Funktion, trägere Bewegungen oder auffällige Geräusche. Kritisch wird es, wenn der Bypass öffnet und ungefiltertes Öl ins System gelangt.

Fazit: Sauberes Öl zahlt direkt auf Leistung und Lebensdauer ein

Je komplexer und hochwertiger ein Hydrauliksystem ist, desto stärker wirkt sich eine effektive Filtration aus. Ein richtig ausgelegter Druckfilter, passende Filterfeinheit und ein konsequenter Wechsel des Filterelements schützen Ventile, Pumpen, Dichtungen und auch Hydraulikschläuche vor unnötigem Stress.

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