
Scheinwerfereinstellung bei Transportern
Scheinwerfer richtig einstellen: Darauf kommt es an.
Warum ist die korrekte Scheinwerfereinstellung wichtig?
Eine korrekt eingestellte Scheinwerferanlage ist entscheidend für Sicherheit, Sichtweite und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Falsch eingestellte Scheinwerfer können den Gegenverkehr blenden oder die eigene Sicht erheblich einschränken.
Deshalb sollten Scheinwerfer mindestens einmal jährlich auf Funktion und Einstellung überprüft werden.
Typische Fehlerbilder vor der Scheinwerfereinstellung
Bevor eine Einstellung vorgenommen wird, sollten mögliche Defekte oder Beeinträchtigungen ausgeschlossen werden.
1) Mechanische Probleme
Mechanische Schäden können verhindern, dass sich ein Scheinwerfer korrekt einstellen lässt.
2) Elektrische Probleme
Helligkeitsunterschiede oder der Ausfall einzelner Lichtfunktionen können durch schlechte Materialeigenschaften oder Kontaktprobleme verursacht werden. Korrosion und lose Steckverbindungen erhöhen den Übergangswiderstand, wodurch die Lichtleistung sinkt und Bauteile thermisch überlastet oder beschädigt werden können.
3) Thermische Schäden
Im Betrieb entstehen in Scheinwerfern hohe Temperaturen. Dadurch können Kunststoffe ausgasen, wobei Weichmacher und andere Additive freigesetzt werden. Diese lagern sich als milchiger Belag auf der Innenseite der Abschlussscheibe ab. Zudem können minderwertige Glühlampen durch höhere Wärmeentwicklung Spannungsrisse in Kunststoff-Abschlussscheiben verursachen.
4) Probleme mit Feuchtigkeit
Beschlagene Abschlussscheiben nach Regenfahrten oder kalten Nächten sind meist ein normaler physikalischer Vorgang. Beim Abkühlen des Scheinwerfers gelangt feuchte Luft ins Gehäuse und kann an der Innenseite der Abschlussscheibe kondensieren (Betauung). Der Beschlag sollte bei eingeschaltetem Licht nach einiger Zeit verschwinden. Bilden sich jedoch Wassertropfen oder sammelt sich Wasser im Scheinwerfer, sind Dichtungen, Steckverbindungen, Belüftungen und mögliche Beschädigungen zu prüfen. Zur Trocknung kann der Scheinwerfer mit ölfreier Druckluft ausgeblasen werden.
Anleitung zur korrekten Scheinwerfereinstellung
1) Fahrzeug vorbereiten
Vor der Einstellung müssen die Herstellervorgaben eingehalten werden.
2) Leuchtweitenregulierung berücksichtigen
Bei Fahrzeugen mit manueller Leuchtweitenregulierung:
- Vor der Einstellung muss die Regulierung auf Position „0“ stehen.
Bei Fahrzeugen mit automatischer Leuchtweitenregulierung:
- Die Justierung erfolgt diagnosegestützt. Es sollten zwingend die Vorgaben des Herstellers beachtet werden.
3) Scheinwerfer-Einstellgerät korrekt ausrichten
Für ein präzises Ergebnis muss das Einstellgerät:
- Exakt mittig vor der Lichtquelle positioniert sein (Toleranz, max. 3 cm)
- Exakt parallel zur Fahrzeuglängsachse ausgerichtet werden
4) Hell-Dunkel-Grenze richtig einstellen
Beim Abblendlicht ist die Hell-Dunkel-Grenze das entscheidende Kriterium.
Neigungswert beachten
Der vorgeschriebene Neigungswert liegt je nach Fahrzeug meist zwischen 1,0 % und 1,8 % und ist am Fahrzeug oder Scheinwerfer angegeben.
Einstellung optimieren
Um Einstelltoleranzen zu minimieren:
- Lichtverteilung zunächst etwas unter den Sollwert einstellen.
- Anschließend nach oben auf den korrekten Wert justieren.
Wenn die Hell-Dunkel-Grenze unscharf erscheint
Folgende Punkte überprüfen:
- Richtiger Sitz der Lampe in der Fassung
- Zustand des Leuchtmittels (Ablagerungen im Glaskolben, Lampen sind dunkler oder gelblich)
- Vorhandenes E-Prüfzeichen
- Beschädigte oder korrodierte Reflektoren
Fazit
Eine präzise Scheinwerfereinstellung erhöht die Verkehrssicherheit, verbessert die Sicht bei Nacht und verhindert die Blendung anderer Verkehrsteilnehmer. Vor jeder Einstellung sollten mechanische, elektrische und thermische Fehlerquellen sowie Feuchtigkeitsprobleme ausgeschlossen werden. Nur ein technisch einwandfreier Scheinwerfer kann korrekt eingestellt werden.
Zum Produkt

